DRUNTER+DRÜBER – Ausgabe 22 „Gesellschaft und Tod“

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Beschreibung

drunter+drüber – Das Magazin für Endlichkeitskultur
Ausgabe 22 „Gesellschaft und Tod“ (April 2026)

Editorial von Frank Pasic:

„Liebe Leserinnen und Leser,

„Ein Volk wird danach beurteilt, wie es seine Toten bestattet.“ Dieses Zitat – vornehmlich dem altgriechischen Staatsmann Perikles zugeschrieben – wird gerne angeführt, wenn über Endlichkeitskultur diskutiert wird. Dem folgend stellt sich natürlich die Frage: Wie steht es denn dann um unser (deutsches) Volk? Wir – die FUNUS Stiftung – haben uns Ende 2025 dieser Frage angenommen und bei einem renommierten Marktforschungsinstitut eine entsprechende Umfrage in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dieser Umfrage hat Martin Schunk in diesem Heft analysierend zusammengefasst. Ohne dem vorgreifen zu wollen, kann ich an dieser Stelle schon verkünden: Es gibt aktuell immer noch sehr viele Menschen in diesem Land, die sich nicht mit dem Tod auseinandersetzen wollen – das Thema bereitet ihnen Unbehagen, oftmals gar Angst. Auch ich kenne solche Menschen, einige darf ich meine Freunde nennen. In ihrer Gegenwart brauche ich erst gar nicht aus meinem Arbeitsalltag zu erzählen, sie wollen es nicht hören. Dementsprechend machen sie sich auch keine Gedanken, wie sie dereinst bestattet werden wollen oder wie sie ihre Liebsten bestatten werden.

Aber macht uns das in Anlehnung an Perikles zu einem „schlechten“ Volk? Ganz sicher nicht. Zum einen weiß ich aus persönlichen Erfahrungen, dass die meisten Menschen, wenn sie sich um die Bestattung einer verstorbenen Person kümmern müssen, einen gut funktionierenden Kompass entwickeln. Als der Gesetzgeber 2004 das Sterbegeld abschaffte, prognostizierten sogenannte Experten eine Welle von anonymen Feuerbestattungen – aus Kostengründen. Diese Welle ist ausgeblieben. In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an einen jungen Mann, Hilfskraft an einer Tankstelle, der in unserem Friedgarten für seine verstorbene Mutter eine Wasserurne gewählt hat, die teuerste Bestattungsform, eben „weil es der Mutti gefallen würde“.

Zum anderen stelle ich in den letzten zehn Jahren einen spürbaren Wandel im Umgang mit dem Tod fest. Dies mag auch an der Zunahme von „Hilfestellungen zum Lebensende“ liegen. Hierzu zähle ich auch die Death Doulas – Sterbeammen –, denen Jana Paulina Lobe einen Beitrag in diesem Heft gewidmet hat. Wie die drunter+drüber verfolgen auch die Death Doulas ein vorrangiges Ziel: Die Angst vor dem Lebensende nehmen.

Ich wünsche Ihnen und Euch viel Freude und viele Erkenntnisse beim Lesen!

Herzlich, 

Frank Pasic“

Unsere Beteiligten:
Vorwort: Frank Pasic
Titelthema: Tobias Prüwer, Jana Paulina Lobe, Joana Günther, Sara Dokmanac, Alexander Kramer, Steven Grahl, Oskar Terš, Dr. Martin Schunk
Interviews: Hanna Roth, Julia Cruschwitz … von Sandra Strauß
Recht: Prof. Dr. Dr. Tade M. Spranger
Kolumnen: Der Tod, Jan Müller, Jennifer Sonntag, Linus Volkmann, Barbara Rolf, Sorgenboy, Lara Schink und Eric Wrede
Kurzgeschichte: Christian von Aster
Gastbeitrag: „Brief an den Vater” von Wolfgang Niedecken
Vorstellung: „Sechswochenamt” von Jacqueline Jansen
Top Ten: Markus Kavka
Cartoons und Comicstrip: Bettina Schipping und Michael R. Ludwig
Cover, Comic und Illustrationen sowie Gestaltung: Schwarwel

Unsere Themen:

– Welche Vorstellungen Gesellschaften vom Tod und möglichen Weiterleben haben
– Death Doulas und die Geburt einer neuen Sorgepraxis
– Pop, Podcast und Pietät
– Digitaler Nachlass – Wenn das Profil weiterlebt
– Opferverehrung, Märtyrer
– Tod als Klassenfrage
– Tod als Trend: alte kulturelle Rituale und digitale Inszenierung auf Social Media
– Hexenverfolgung und Frauenhass bis heute
– AIDS im Wien der 1980er-Jahre
– aktuelle Umfrage zur Bestattungskultur in Deutschland
– Sterben Frauen anders?
– Femizide
– Wandel der Bestattungskultur
– Bestattungskosten als gesamtgesellschaftliches Thema
– Gastbeitrag „Brief an den Vater”
Plus unsere Kolumnen, Comics, Cartoons und Top Ten
u.v.m.
Inhaltsverzeichnis (zum Vergrößern bitte anklicken):

Auszug aus dem Inhalt (zum Vergrößern bitte anklicken):

drunter+drüber – Das Magazin für Endlichkeitskultur ist ein Projekt der FUNUS Stiftung. Das Magazin beleuchtet die verschiedenen Facetten des Todes – neugierig, offen und lebendig. Das Heft ist werbefrei und finanziert sich aus Mitteln der Stiftung. www.funus-stiftung.de

Weitere Ausgaben gibt es hier: www.gluecklicher-montag-shop.de/product-category/drunterdrueber

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